Schädling: Ameise (Ameisen): Erkennen, Schäden, Gefahren und Bekämpfung

Formicidae (Familie der Ameisen). In Haushalten treten je nach Art u. a. Lasius, Formica oder Monomorium auf.

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Ameise (Ameisen): Erkennen, Schäden, Gefahren und Bekämpfung sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Die Ameise ist ein staatenbildendes Insekt und gehört zu den häufigsten Krabbeltieren in Gärten, auf Terrassen und in Gebäuden. Einzelne Tiere sind meist harmlos, problematisch wird es, wenn Ameisenstraßen entstehen und Nester in der Nähe von Wohnräumen oder in der Bausubstanz angelegt werden. Ameisen werden vor allem durch Nahrung (Zucker, Proteine), Wärme und Feuchtigkeit angezogen.

Typisch ist das Auftreten in Küchen, Vorratsräumen, unter Bodenbelägen oder an Fassaden. Eine professionelle Einschätzung ist sinnvoll, wenn sich der Befall wiederholt, die Quelle unklar bleibt oder Bauschäden vermutet werden.

Das Aussehen

Ameisen sind je nach Art 2 bis 15 mm groß, meist braun bis schwarz, seltener gelblich. Charakteristisch sind:

  • Deutlich eingeschnürte Taille (Petiolus, teils zweigliedrig)
  • Geknickte Fühler
  • Sechs Beine und harter Chitinpanzer

Geschlechtstiere (geflügelte Männchen und Jungköniginnen) treten saisonal auf und werden oft mit Termiten verwechselt.

Der Lebensraum

Ameisen besiedeln vielfältige Lebensräume: Böden, Rasenflächen, unter Steinen, in Totholz oder an Gebäudekanten. In und an Häusern nisten sie z. B. in:

  • Ritzen und Hohlräumen (Sockelleisten, Mauerwerk, Dämmung)
  • unter Terrassenplatten und Pflaster
  • unter Laminat/Fliesen bei Feuchtigkeit
  • im Holz (bei bestimmten Arten auch in vorgeschädigtem Holz)

Wärmebrücken, Feuchtigkeit und leicht zugängliche Nahrungsquellen erhöhen das Risiko.

Die Ernährung

Die Ernährung ist je nach Art vielseitig. Häufig suchen Ameisen:

  • Zuckerhaltiges (Säfte, Marmelade, Honig, Obst, Softdrinks)
  • Proteine/Fette (Fleischreste, Tierfutter, Käse, Insekten)
  • Honigtau von Blattläusen als wichtige Energiequelle

Im Außenbereich fördern Blattlauskolonien und süße Ausscheidungen den Ameisenbefall, da Ameisen Blattläuse „pflegen“ und schützen.

Die häufigsten Arten in Deutschland

  • Schwarze Wegameise (Lasius niger), sehr häufig in Hausnähe
  • Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus), eher im Garten, selten im Haus
  • Pharaoameise (Monomorium pharaonis), wärmeliebend, problematisch in Gebäuden
  • Holzameisen (z. B. Formica-Arten), teils geschützt, meist im Außenbereich

Die Gefahren

Für Menschen sind Ameisen meist ungefährlich, dennoch gibt es relevante Risiken:

  • Lebensmittelverunreinigung und hygienische Beeinträchtigung
  • Stiche/Bisse mit lokalen Reizungen; selten allergische Reaktionen
  • Folgeschäden an der Bausubstanz durch Nestbau in Hohlräumen, Dämmung oder vorgeschädigtem Holz
  • Begünstigung von Blattlausbefall im Außenbereich

Bei wiederholtem Auftreten oder Nestverdacht im Gebäude ist eine fachliche Abklärung empfehlenswert.

Die Fortpflanzung

Ameisen leben in Kolonien mit einer oder mehreren Königinnen. Zur Fortpflanzungszeit kommt es zum Hochzeitsflug: geflügelte Männchen und Jungköniginnen schwärmen aus, paaren sich, und die begattete Königin gründet ein neues Nest. Die Entwicklung verläuft über Ei, Larve, Puppe, Imago. Kolonien können, je nach Art, mehrere Jahre bestehen und stark anwachsen.

Das Verhalten

Ameisen sind sehr organisiert und nutzen Duftstoffe (Pheromone), um Ameisenstraßen zu markieren. Sie sind vorwiegend tagaktiv, manche Arten auch dämmerungs- oder nachtaktiv. Bei Störung verlagern sie Brut und Nahrung schnell oder legen Ausweichwege an. In Innenräumen zeigt sich der Befall oft durch wiederkehrende Laufwege zu Vorräten, Müll oder Tierfutter sowie durch Nestaktivität in warmen, geschützten Bereichen.

Die Schädlingsart

Ameisen gelten als hygienischer Lästling und je nach Art auch als Material- bzw. Gebäudeschädling. In Küchen und Vorratsbereichen verunreinigen sie Lebensmittel. Einige Arten (z. B. holzbewohnende) können Nester in Holz oder Dämmstoffen anlegen und dadurch Folgeschäden begünstigen. Zudem fördern Ameisen im Garten indirekt Pflanzenschäden, indem sie Blattläuse schützen.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung ist mittel bis schwierig. Einzelne Ameisen zu entfernen reicht nicht aus, entscheidend sind Neststandort, Artbestimmung und die Unterbrechung der Nahrungsquelle. Kolonien mit mehreren Königinnen oder verdeckten Nestern (Dämmung, Estrich, Mauerwerk) sind besonders hartnäckig. Unsachgemäße Sprays können Ameisen nur verdrängen und die Ausbreitung fördern.

Der Schutzstatus

Der Schutzstatus ist artenabhängig. Viele Ameisenarten sind nicht besonders geschützt. Einige Wald- und Holzameisen (z. B. bestimmte Formica-Arten) stehen jedoch unter Naturschutz und dürfen nicht ohne Weiteres bekämpft oder umgesiedelt werden. Vor Maßnahmen im Außenbereich, insbesondere in Waldnähe, sollte eine fachkundige Artbestimmung erfolgen.

Die Bekämpfungsmethoden

Entferne zuerst Nahrungsquellen (dicht lagern, Krümel/Müll beseitigen) und dichte Ritzen ab. Unterbrich Laufwege durch Reinigung und Barrieren. Wirksam sind Ködergele/-dosen, die ins Nest eingetragen werden. Sprays nur gezielt, da sie Kolonien oft verdrängen. Bei Nestern in Dämmung/Estrich oder Pharaoameisen ist eine professionelle Bekämpfung ratsam.