Schädling: Asiatische Hornisse (Vespa velutina): Erkennen, Risiken & richtiges Verhalten

Vespa velutina (Asiatische Hornisse)

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Asiatische Hornisse (Vespa velutina): Erkennen, Risiken & richtiges Verhalten sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine ursprünglich aus Südostasien stammende Hornissenart, die sich in den letzten Jahren in Europa stark ausgebreitet hat. Inzwischen gibt es auch in einigen Regionen Deutschlands Nachweise. Sie gilt als invasive Art, weil sie heimische Ökosysteme beeinflussen kann, insbesondere durch ihren Jagddruck auf Bestäuber.

Für Privatpersonen ist vor allem wichtig: ruhig bleiben, Abstand halten und Sichtungen melden. Eine eigenständige Nestentfernung ist riskant und sollte Fachbetrieben bzw. zuständigen Stellen überlassen werden.

Das Aussehen

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Hornisse und wirkt insgesamt dunkler. Typisch sind:

  • überwiegend dunkler (schwarz-brauner) Körper
  • gelbliche Bänder am Hinterleib
  • deutlich gelb gefärbte Beinenden (häufig ein gutes Erkennungsmerkmal)

Eine sichere Bestimmung ist nicht immer leicht, da es Verwechslungen mit anderen Wespen- und Hornissenarten geben kann.

Der Lebensraum

Ursprünglich in Südostasien beheimatet, bevorzugt die Asiatische Hornisse in Europa wärmere Regionen. Sie wird häufig in Waldnähe, Gärten, Parks und strukturreichen Siedlungsbereichen beobachtet. Nester können sowohl in Bäumen (oft hoch in der Krone) als auch an Gebäuden oder in geschützten Bereichen entstehen.

Durch milde Winter und geeignete Nistplätze kann sich die Art lokal rasch etablieren.

Die Ernährung

Die Asiatische Hornisse ernährt sich vor allem von anderen Insekten. Besonders relevant ist ihre Spezialisierung auf Honigbienen: Arbeiterinnen fangen Bienen häufig im Flug oder direkt vor dem Bienenstock ab. Zusätzlich werden zuckerhaltige Quellen (z. B. reifes Obst, Nektar) genutzt, um den Energiebedarf zu decken.

Für Imkereien kann dies zu spürbaren Belastungen von Bienenvölkern führen.

Die häufigsten Arten in Deutschland

Im deutschsprachigen Raum ist vor allem folgende Art relevant:

  • Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Häufige Verwechslungspartner sind u. a. die Europäische Hornisse (Vespa crabro) sowie größere Wespenarten. Bei Unsicherheit ist eine Foto-Dokumentation (aus sicherer Distanz) hilfreich.

Die Gefahren

Für Bienen/Imkerei: Die Asiatische Hornisse kann Bienenvölker erheblich stressen, indem sie Bienen vor dem Stock abfängt. Das kann zu Ertragseinbußen und im Extremfall zu Völkerverlusten beitragen.

Für Menschen: Stiche sind schmerzhaft und können, wie bei anderen Wespen und Hornissen, bei Allergikerinnen und Allergikern gefährlich werden. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Nestnähe oder wenn Tiere bedrängt werden.

Für Haustiere: Neugierige Tiere können gestochen werden, wenn sie Nester oder einzelne Hornissen provozieren.

Die Fortpflanzung

Im Frühjahr gründen überwinterte Königinnen neue Kolonien. Nach dem Aufbau eines ersten (kleineren) Nestes wächst das Volk über den Sommer stark an. Später im Jahr werden neue Königinnen und Männchen erzeugt. Die begatteten Jungköniginnen suchen anschließend Überwinterungsplätze, während das alte Volk im Winter abstirbt.

Die genaue Entwicklung hängt stark von Wetter, Nahrungsangebot und Standortbedingungen ab.

Das Verhalten

Die Asiatische Hornisse ist tagaktiv und jagt Insekten häufig im freien Flug. Charakteristisch ist das sogenannte „Hawking“: Dabei lauern Tiere vor Bienenständen und fangen anfliegende Bienen ab. Gegenüber Menschen ist die Art nicht grundsätzlich aggressiver als andere Hornissen, jedoch verteidigen Hornissen ihr Nest konsequent, wenn man ihm zu nahe kommt.

Empfehlung: keine hektischen Bewegungen, nicht anpusten, Abstand halten und Nester nicht erschüttern.

Die Schädlingsart

Invasive Hornissenart mit potenziell schädlichen Auswirkungen auf Bestäuber (v. a. Honigbienen) und lokale Insektenpopulationen. In der Schädlingspraxis relevant, wenn:

  • Nester in Siedlungsnähe liegen
  • erhöhtes Stichrisiko besteht
  • Imkereien betroffen sind

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung gilt als anspruchsvoll, da Nester oft hoch in Bäumen oder schwer zugänglich liegen und eine unsachgemäße Entfernung zu massiver Verteidigung führen kann. Zudem ist eine sichere Artbestimmung entscheidend, um Verwechslungen mit geschützten oder harmloseren Arten zu vermeiden. In vielen Fällen sind Fachbetriebe und/oder zuständige Behörden einzubeziehen.

Der Schutzstatus

Der Schutzstatus und die Zuständigkeiten können je nach Bundesland variieren. Als invasive Art wird die Asiatische Hornisse vielerorts behördlich überwacht; Sichtungen und Nester sollten daher gemeldet werden. Gleichzeitig gelten für heimische Wespen- und Hornissenarten teils besondere Schutzregelungen.

Wichtig: Entferne Nester nicht eigenständig, sondern kläre die rechtliche Lage und das Vorgehen mit Fachleuten oder den zuständigen Stellen.

Die Bekämpfungsmethoden

Bei Verdacht auf ein Nest der Asiatischen Hornisse gilt: Abstand halten und Sichtung melden (z. B. bei Fachbetrieb oder zuständiger Stelle). Eine Bekämpfung erfolgt professionell durch Artbestimmung, Lokalisierung des Nests und sichere Nestentfernung bzw. Abtötung nach Vorgaben. Verzichte auf Eigenmaßnahmen, da Fehlbestimmung und Stichgefahr hoch sind.