Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Hornisse (Vespa crabro): Erkennen, Verhalten, Gefahren & richtiges Vorgehen sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.
Schädling: Hornisse (Vespa crabro): Erkennen, Verhalten, Gefahren & richtiges Vorgehen
Vespa crabro (Europäische Hornisse)
Allgemeine Informationen
Die Europäische Hornisse ist die größte heimische Wespenart in Europa und fällt durch ihre Größe sowie das brummende Fluggeräusch auf. Trotz ihres Respekts einflößenden Erscheinungsbildes gilt sie als vergleichsweise friedlich. Hornissen sind wichtige Nützlinge, da sie viele andere Insekten erbeuten und so zur natürlichen Schädlingsregulation beitragen.
Konflikte entstehen meist, wenn ein Nest in Hausnähe sitzt (z. B. am Dachboden) oder wenn Tiere durch Lichtquellen und süße Speisen angelockt werden. Bei einem Fund gilt: Abstand halten und fachkundig beraten lassen.
Das Aussehen
Hornissen sind deutlich größer als gewöhnliche Wespen und wirken kräftig gebaut.
- Größe: Arbeiterinnen ca. 18 bis 25 mm, Königinnen bis etwa 35 mm
- Färbung: überwiegend gelb mit schwarzen und braunen Bändern; gelbes Gesicht, große braune Augen
- Flügel: durchsichtig mit leicht gelblicher Tönung
Typisch ist außerdem der breite Kopf und der robuste Hinterleib.
Der Lebensraum
Die Europäische Hornisse ist in weiten Teilen Europas verbreitet (von Westeuropa bis nach Sibirien). Sie bevorzugt naturnahe Bereiche wie Wälder, Parks und Gärten mit altem Baumbestand.
Ihre Nester baut sie vor allem in Baumhöhlen, aber auch in geschützten Hohlräumen wie:
- Dachböden und Zwischendecken
- Schuppen, Holzstapeln oder Rollladenkästen
- selten auch unterirdischen Hohlräumen/Erdlöchern
Die Ernährung
Hornissen sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig. Sie erbeuten vor allem andere Insekten und Spinnen und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Regulierung von Fliegen, Mücken und teils auch Wespen.
- Eiweißreich: Insekten, Spinnen, gelegentlich Wespen
- Zuckerhaltig: Honigtau, Nektar, reifes Obst und Fruchtsäfte
Die Larven werden mit tierischer Nahrung versorgt, während erwachsene Tiere häufig zuckerhaltige Energiequellen nutzen.
Die häufigsten Arten in Deutschland
Im deutschsprachigen Raum ist vor allem die Europäische Hornisse (Vespa crabro) relevant. Häufig verwechselt wird sie mit:
- größeren Wespenarten (z. B. Gemeine Wespe, Deutsche Wespe)
- harmlosen Schwebfliegen (Imitatoren ohne Stich)
- regional teils auch mit der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina), die sich in einigen Gebieten ausbreitet
Für eine sichere Bestimmung empfiehlt sich eine fachliche Einschätzung.
Die Gefahren
Ein Hornissenstich ist schmerzhaft, aber in der Regel nicht gefährlicher als ein Wespenstich. Kritisch kann es werden bei:
- Allergie (anaphylaktische Reaktion)
- Stichen im Mund-/Rachenraum (Schwellung, Atemnot)
- mehreren Stichen, z. B. bei Nestverteidigung
Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, großflächigen Schwellungen oder bekannten Allergien sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Die Fortpflanzung
Hornissen sind staatenbildende Insekten. Nur die Königin überwintert und startet im Frühjahr die Nestgründung.
- Frühjahr: Königin sucht Nistplatz, legt erste Eier und zieht erste Arbeiterinnen auf.
- Sommer: Arbeiterinnen übernehmen Nestbau, Jagd und Brutpflege; das Volk wächst.
- Spätsommer/Herbst: Es entstehen Männchen und Jungköniginnen; nach der Paarung suchen Jungköniginnen Winterquartiere.
- Winter: Das alte Volk stirbt ab, das Nest wird nicht erneut dauerhaft genutzt.
Das Verhalten
Hornissen sind überwiegend tagaktiv und kehren nachts ins Nest zurück. Im Vergleich zu vielen Wespenarten verhalten sie sich am Tisch meist unaufdringlich, können jedoch durch Licht (z. B. abends am Fenster) angezogen werden.
Sie stechen in der Regel nur bei:
- direkter Bedrohung (Quetschen, Anfassen)
- starker Erschütterung in Nestnähe
- Verteidigung des Nests
In Nestnähe solltest du Ruhe bewahren, Abstand halten und hektische Bewegungen vermeiden.
Die Schädlingsart
Hornissen werden häufig als Schädling wahrgenommen, sind jedoch ökologisch betrachtet vor allem Nützlinge. Problematisch werden sie meist nur, wenn ein Nest in unmittelbarer Nähe von Wohn- und Aufenthaltsbereichen liegt oder wenn Allergien bestehen. In vielen Fällen ist ein friedliches Zusammenleben möglich, sofern ausreichender Abstand zum Nest eingehalten wird.
Die Schwierigkeit der Bekämpfung
Die „Bekämpfung“ ist häufig anspruchsvoll, weil Hornissen geschützt sind und Nester oft in schwer zugänglichen Hohlräumen liegen (Dach, Wand, Baumhöhle). Eigenmaßnahmen erhöhen das Stichrisiko und können rechtliche Folgen haben. In der Praxis geht es meist um Beratung, Absicherung und, wenn erforderlich, eine fachgerechte Umsiedlung durch qualifizierte Fachkräfte.
Der Schutzstatus
Die Europäische Hornisse steht in Deutschland unter Naturschutz. Das bedeutet: Tiere dürfen nicht mutwillig getötet und Nester nicht ohne triftigen Grund zerstört werden. Maßnahmen am Nest sind in vielen Fällen genehmigungs- bzw. anzeigepflichtig und sollten ausschließlich durch Fachkundige erfolgen. Ziel ist in der Regel der Schutz von Mensch und Tier, bevorzugt durch Umsiedlung statt Vernichtung.
Die Bekämpfungsmethoden
Bei Hornissen gilt: nicht selbst entfernen. Halte Abstand, sichere den Bereich und vermeide Erschütterungen am Nest. Verschließe keine Einfluglöcher eigenmächtig. Bei Konflikten ist die fachgerechte Umsiedlung (unter Beachtung des Naturschutzes) die bevorzugte Lösung. Fachbetriebe beraten zur Risikominimierung, z. B. durch Absperrung, Lichtmanagement und geeignete Schutzmaßnahmen.

