Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Marder: Erkennen, Schäden vermeiden und professionell vertreiben sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.
Schädling: Marder: Erkennen, Schäden vermeiden und professionell vertreiben
In Deutschland sind vor allem zwei Arten relevant:
- Steinmarder (Martes foina)
- Baummarder (Martes martes)
Im Siedlungsbereich ist der Steinmarder der häufigste „Problemverursacher“.
Allgemeine Informationen
Der Marder gehört zur Familie der Marderartigen (Mustelidae) und ist ein anpassungsfähiger, überwiegend nachtaktiver Wildtierbewohner. Besonders der Steinmarder nutzt Dachböden, Garagen oder Motoräume als Unterschlupf. Typische Hinweise auf Marderbefall sind polternde Geräusche in der Nacht, Kot- und Urinspuren, Nistmaterial sowie beschädigte Dämmung oder Kabel.
Da Marder sehr revierbezogen sind, kehren sie häufig an bekannte Plätze zurück. Eine nachhaltige Lösung besteht daher meist aus Vergrämung und baulicher Sicherung (Mardersperren).
Das Aussehen
Marder sind schlanke, wendige Tiere mit dichtem Fell, buschigem Schwanz und spitzer Schnauze. Der Steinmarder ist meist grau- bis braunfarben und besitzt einen auffälligen, oft gegabelten weißen Kehlfleck, der sich bis zu den Vorderläufen ziehen kann. Der Baummarder wirkt insgesamt dunkler und hat eher einen gelblich-cremefarbenen Kehlfleck. Erwachsene Tiere erreichen je nach Art etwa 40 bis 55 cm Körperlänge (plus Schwanz) und wiegen meist 1 bis 2 kg.
Der Lebensraum
Ursprünglich leben Marder in strukturreichen Landschaften wie Waldrändern, Hecken, Felsgebieten und landwirtschaftlichen Flächen. Der Steinmarder ist stark kulturfolgend und findet in Ortschaften ideale Bedingungen: Dachböden, Scheunen, Schuppen, Carports und auch Motorräume von Autos bieten Wärme, Schutz und Zugang zu Nahrung. In der Stadt profitieren Marder zudem von Müll, Kompost und einem hohen Kleintierbestand.
Die Ernährung
Marder sind Allesfresser. Auf dem Speiseplan stehen je nach Angebot Kleinsäuger (z. B. Mäuse), Vögel und Eier, Insekten, Regenwürmer sowie Früchte, Beeren und Aas. In Siedlungsnähe nutzen sie auch Fallobst, Kompost oder leicht zugängliche Futterquellen. Diese flexible Ernährung ist ein Grund, warum sich Marder in menschlicher Umgebung so erfolgreich halten.
Die häufigsten Arten in Deutschland
- Steinmarder (Martes foina): häufig in Siedlungen, Dachböden und Autos
- Baummarder (Martes martes): eher waldgebunden, seltener in Gebäuden
In den meisten Schadensfällen in Wohngebieten ist der Steinmarder verantwortlich.
Die Gefahren
Ein Marderbefall kann erhebliche Folgen haben: Wärmeverlust und Feuchtigkeitsschäden durch zerstörte Dämmung, Folgekosten durch Kabel- und Schlauchdefekte am Auto sowie hygienische Belastungen durch Kot und Urin. In seltenen Fällen können Parasiten eingeschleppt werden. Zusätzlich besteht ein Sicherheitsrisiko, wenn beschädigte Leitungen oder Schläuche im Fahrzeug zu Ausfällen führen. Eine frühzeitige Erkennung reduziert Folgeschäden deutlich.
Die Fortpflanzung
Die Paarungszeit liegt meist im Sommer. Durch eine verzögerte Einnistung (Keimruhe) werden die Jungen häufig erst im Frühjahr geboren. Nach einer effektiven Tragzeit von rund 4 bis 8 Wochen kommen meist 2 bis 4 Jungtiere zur Welt. Die Aufzucht erfolgt im geschützten Unterschlupf, etwa in Baumhöhlen oder, beim Steinmarder, auch in Gebäuden. Jungtiere werden mehrere Wochen gesäugt und lernen anschließend das Jagen und Erkunden des Reviers.
Das Verhalten
Marder sind überwiegend nachtaktiv, sehr gute Kletterer und ausgesprochen neugierig. Sie markieren Reviere mit Duftstoffen und nutzen häufig feste Laufwege. In Gebäuden fallen sie durch Kratz- und Trappelgeräusche, Rufen sowie durch das Anlegen von Schlafplätzen auf. Im Auto können Marder durch Revierstress oder Geruchsspuren anderer Tiere zu Kabel- und Schlauchbissen neigen. Ohne konsequente Abdichtung wird ein vertriebener Marder oft durch ein anderes Tier ersetzt.
Die Schädlingsart
Als „Schädling“ gilt der Marder vor allem dort, wo er Sachschäden verursacht oder Hygieneprobleme entstehen. Typische Schadensbilder sind zerstörte Dämmung, verschobene Dachziegel, verunreinigte Dachböden (Kot/Urin), Lärmbelästigung sowie Schäden im Motorraum (Zündkabel, Schläuche, Dämmmatten). In der Praxis handelt es sich meist um den Steinmarder als Gebäudebesiedler.
Die Schwierigkeit der Bekämpfung
Die Bekämpfung bzw. Vertreibung ist mittel bis hoch anspruchsvoll. Marder sind lernfähig, reviergebunden und finden kleinste Zugänge. Einzelne Maßnahmen (z. B. Duftmittel) wirken oft nur kurzfristig. Nachhaltig erfolgreich sind meist nur Kombinationen aus professioneller Vergrämung, gründlicher Reinigung (Geruchsentfernung) und baulicher Abdichtung aller Eintrittsstellen. Zudem sind rechtliche Vorgaben und Schonzeiten zu beachten.
Der Schutzstatus
Marder sind in Deutschland Wildtiere und unterliegen je nach Bundesland und Art jagd- und naturschutzrechtlichen Regelungen. Häufig ist der Steinmarder dem Jagdrecht zugeordnet; es gelten Schonzeiten und Vorgaben zur Fang- und Tötungsmethodik. Maßnahmen sollten daher stets rechtskonform und bevorzugt als Vergrämung mit anschließender Gebäudesicherung erfolgen. Lass dich im Zweifel fachkundig beraten.
Die Bekämpfungsmethoden
Wirksam sind vor allem Vergrämung und bauliche Abdichtung: Zugänge am Dach (Spalten, Lüftungsöffnungen) sichern, Mardersperren anbringen und den Bereich gründlich reinigen, um Duftmarken zu entfernen. Ergänzend können Licht-/Geräuschreize kurzfristig helfen. Im Auto schützen Mardergitter, Ummantelungen und Motorraumreinigung. Setze wegen Rechtslage und Nachhaltigkeit idealerweise auf einen Fachbetrieb.

