Schädling: Mittlere Wespe (Dolichovespula media): Aussehen, Lebensraum & Verhalten

Dolichovespula media

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Mittlere Wespe (Dolichovespula media): Aussehen, Lebensraum & Verhalten sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Die Mittlere Wespe ist eine in Deutschland heimische, staatenbildende Wespenart, die häufig mit der Deutschen Wespe verwechselt wird. Sie gilt insgesamt als vergleichsweise friedlich, kann aber bei Bedrohung des Nestes stechen. Ökologisch ist sie nützlich, da sie andere Insekten erbeutet und zudem Blüten besucht. Für Menschen wird sie vor allem dann relevant, wenn ein Nest in Hausnähe hängt oder einzelne Tiere an Speisen im Freien gehen.

Das Aussehen

Die Mittlere Wespe ist schwarz-gelb gefärbt und ähnelt damit anderen heimischen Wespenarten. Typisch ist der gelbe Kopfschild, der keine schwarzen Punkte oder höchstens einen kleinen Punkt aufweist.

  • Arbeiterinnen: ca. 15 bis 19 mm
  • Königinnen: ca. 18 bis 22 mm

Da die Zeichnung je nach Individuum variieren kann, ist eine sichere Bestimmung oft nur durch Fachkundige möglich.

Der Lebensraum

Die Mittlere Wespe bevorzugt halbschattige und windgeschützte Standorte. Sie baut meist freihängende Nester, häufig:

  • in Bäumen und Sträuchern,
  • an Gebäuden, z. B. unter Dachvorsprüngen,
  • in ruhigen Gartenbereichen oder an Waldrändern.

Die Nester sind oft kugelig bis oval, papierartig geschichtet und können einen Durchmesser von bis zu etwa 30 cm erreichen.

Die Ernährung

Die Mittlere Wespe ist ein Allesfresser. Sie jagt und sammelt je nach Bedarf:

  • tierische Nahrung: Insekten, Spinnen, Aas (wichtig für die Eiweißversorgung der Brut),
  • zuckerhaltige Nahrung: Nektar, Honigtau, reife Früchte,
  • menschliche Lebensmittel: z. B. Fleisch, Wurst, Kuchen, Eis (vor allem in Nestnähe oder bei Nahrungsmangel).

Im Vergleich zu stark „tischorientierten“ Arten ist sie häufig weniger aufdringlich, kann aber dennoch anlockbar sein.

Die häufigsten Arten in Deutschland

Die Mittlere Wespe gehört zu mehreren häufig verwechselten Wespenarten in Deutschland. Typische „Doppelgänger“ sind:

  • Deutsche Wespe (Vespula germanica)
  • Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)
  • Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica)
  • Hornisse (Vespa crabro), deutlich größer

Eine korrekte Bestimmung ist wichtig, um geeignete und rechtssichere Maßnahmen zu wählen.

Die Gefahren

Ein Wespenstich ist meist harmlos, aber schmerzhaft und kann zu Schwellung und Rötung führen. Gefährlich wird es bei Allergien (z. B. Atemnot, Schwindel, großflächige Quaddeln) oder bei Stichen im Mund-/Rachenraum. In seltenen Fällen können Wespen als Keimüberträger auftreten, etwa wenn sie an Aas oder Abfällen waren.

Erste Hilfe:

  • Stichstelle kühlen
  • desinfizieren
  • bei Bedarf Schmerzmittel
  • bei allergischen Symptomen sofort ärztliche Hilfe holen

Die Fortpflanzung

Wie andere staatenbildende Wespen gründet im Frühjahr eine überwinterte Königin ein neues Nest. Sie legt die ersten Eier und versorgt die Larven, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und den Nestbetrieb übernehmen. Im Spätsommer entstehen Geschlechtstiere (neue Königinnen und Drohnen), die sich paaren. Nur die jungen Königinnen überwintern; der restliche Staat stirbt im Herbst ab.

Das Verhalten

Die Mittlere Wespe gilt als vergleichsweise friedlich und sticht meist nur, wenn sie sich bedrängt fühlt oder das Nest verteidigt. In Nestnähe reagiert sie jedoch deutlich sensibler auf Erschütterungen, hektische Bewegungen oder Annäherung. Einzeltiere können im Spätsommer vermehrt nach Zuckerquellen suchen, sind aber oft weniger aggressiv als bekannte „Kuchenwespen“.

Die Schädlingsart

Die Mittlere Wespe ist kein typischer Hygieneschädling, kann jedoch in bestimmten Situationen zur Belastung werden, etwa bei Nestern in unmittelbarer Nähe von Wohnbereichen, Terrassen, Eingängen oder Kinderspielplätzen. Als Nützling trägt sie zur natürlichen Schädlingsregulation bei, kann aber bei Konflikten eine professionelle Einschätzung erfordern.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung bzw. das Management eines Nestes ist mittel bis hoch anspruchsvoll. Freihängende Nester können zwar sichtbar sein, dennoch besteht ein hohes Stichrisiko bei Annäherung. Zudem sind Wespen gesetzlich geschützt, weshalb Maßnahmen sorgfältig abgewogen werden müssen. In sensiblen Bereichen ist eine Fachberatung empfehlenswert.

Der Schutzstatus

Die Mittlere Wespe ist, wie die meisten heimischen Wespenarten, durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Nester dürfen in der Regel nicht ohne triftigen Grund zerstört oder entfernt werden. Bei Gefahrensituationen (z. B. Allergikerhaushalt, Kita/Schule, unmittelbare Gefährdung) kann eine Umsiedlung oder fachgerechte Maßnahme durch qualifizierte Betriebe möglich und zulässig sein.

Die Bekämpfungsmethoden

Bewahre Abstand und vermeide hektische Bewegungen. Decke Speisen und Getränke im Freien ab und halte Mülltonnen geschlossen. Verzichte draußen auf stark duftende Parfums. Wespennester nicht selbst entfernen: Bei Nestern an Gebäuden oder in Aufenthaltsbereichen sollte ein Fachbetrieb die Situation prüfen und, wenn zulässig, eine Umsiedlung oder sichere Entfernung durchführen.