Schädling: Orientalische Schabe (Kellerschabe) erkennen und wirksam bekämpfen

Blatta orientalis

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Orientalische Schabe (Kellerschabe) erkennen und wirksam bekämpfen sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Die Orientalische Schabe (auch Kellerschabe oder Wasserkäfer genannt) ist eine weltweit verbreitete Schabenart, die vor allem in kühlen, feuchten Bereichen von Gebäuden auftritt. Als typischer Hygieneschädling kann sie Lebensmittel und Oberflächen verunreinigen und Krankheitserreger verschleppen. Häufige Befallsorte sind Keller, Waschräume, Schächte sowie Bereiche in der Nähe von Abwasser- und Wasserleitungen.

Das Aussehen

Die Orientalische Schabe ist 20 bis 30 mm lang, dunkelbraun bis schwarz und wirkt meist glänzend. Der Körper ist oval und flach, mit langen Fühlern und sechs kräftigen Beinen.

  • Männchen: kurze Flügel
  • Weibchen: flügelartige Stummelflügel

Im Vergleich zu anderen Schabenarten ist sie eher schwerfällig und weniger kletterfreudig, tritt jedoch in Bodennähe und feuchten Zonen besonders häufig auf.

Der Lebensraum

Die Art ist weltweit verbreitet, besonders in gemäßigten und tropischen Regionen. Sie bevorzugt feuchte, kühle und dunkle Lebensräume.

  • Keller, Kriechräume, Waschküchen
  • Abwasserkanäle, Schächte, Bodenabläufe
  • Bereiche unter Steinen, in Mauerritzen, an feuchten Fundamenten
  • In Gebäuden häufig nahe Wasserleitungen und undichten Stellen

Trockenheit verträgt sie schlecht, Feuchtigkeit ist ein zentraler Faktor für Ansiedlung und Vermehrung.

Die Ernährung

Die Orientalische Schabe ist ein Allesfresser, bevorzugt jedoch feuchte, organische Nahrung. Typisch sind:

  • organische Abfälle, Speisereste, Tierfutter
  • Aas und stark zersetzte Stoffe
  • stärke- und zuckerhaltige Rückstände
  • bei Nahrungsmangel auch Papier, Karton oder Textilien

Wichtig: Neben Futterquellen ist Wasser/Feuchtigkeit oft der entscheidende Überlebensfaktor.

Die häufigsten Arten in Deutschland

In Gebäuden werden Schaben häufig verwechselt. Neben der Orientalischen Schabe treten in Deutschland und Europa besonders oft auf:

  • Deutsche Schabe (Blattella germanica), häufig in warmen Küchenbereichen
  • Amerikanische Schabe (Periplaneta americana), eher in warmen, technischen Anlagen
  • Braunbandschabe (Supella longipalpa), auch in trockeneren Wohnbereichen

Für eine wirksame Bekämpfung ist die korrekte Artbestimmung entscheidend.

Die Gefahren

Ein Befall mit der Orientalischen Schabe ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen:

  • Keimverschleppung: mögliche Übertragung von Bakterien (z. B. Salmonellen), Viren, Pilzen und Parasiten
  • Allergien/Asthma: Kot, Häutungsreste und Körperbestandteile können allergische Reaktionen auslösen
  • Hygienerisiko: Verunreinigung von Lebensmitteln und Oberflächen

Gerade in Küchen, Vorratsräumen und gastronomischen Betrieben besteht erhöhter Handlungsbedarf.

Die Fortpflanzung

Weibchen bilden Eierpakete (Ootheken), die typischerweise bis zu 16 Eier enthalten können. Die Ootheken werden in geschützten, feuchten Verstecken abgelegt. Die Entwicklung vom Ei über mehrere Nymphenstadien bis zur erwachsenen Schabe dauert mehrere Monate bis zu einem Jahr, abhängig von Temperatur, Feuchtigkeit und Nahrungsangebot.

Die Lebensdauer adulter Tiere kann bis zu einem Jahr betragen, wodurch sich ein Befall über lange Zeit stabil halten kann.

Das Verhalten

Die Orientalische Schabe ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber versteckt sie sich in Ritzen, Spalten, Hohlräumen und entlang feuchter Leitungen. Bei Störung flüchtet sie meist in dunkle, bodennahe Bereiche.

Typische Befallszeichen sind:

  • sichtbare Tiere in der Dämmerung/Nacht
  • Kotspuren (kleine dunkle Punkte)
  • Ootheken oder Häutungsreste
  • ein muffig-unangenehmer Geruch bei stärkerem Befall

Die Schädlingsart

Die Orientalische Schabe gilt als Hygieneschädling und kann zusätzlich als Gesundheitsschädling relevant sein. In Innenräumen verunreinigt sie Lebensmittel, Arbeitsflächen und Lagerbereiche durch Kot, Urin und Sekrete. In Einzelfällen kann sie auch als Materialschädling auftreten, wenn sie z. B. Papier, Karton oder Textilien annagt.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung ist häufig mittel bis schwierig, da sich die Tiere tagsüber gut verstecken und Ootheken in geschützten, feuchten Bereichen abgelegt werden. Einzelmaßnahmen reichen oft nicht aus: Entscheidend ist die Kombination aus Feuchtigkeitsmanagement, Hygiene, Abdichtung von Zugängen und gezielten Köder-/Fallenstrategien. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung meist der effektivste Weg.

Der Schutzstatus

Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) steht in der Regel nicht unter besonderem Schutz. Da es sich um einen Hygieneschädling handelt, sind Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention in Gebäuden üblich und zulässig. Beachte bei der Anwendung von Bioziden stets die gesetzlichen Vorgaben sowie die Herstellerhinweise.

Die Bekämpfungsmethoden

Wirksam ist eine Kombination aus Hygiene (Speisereste/Abfälle entfernen), Feuchtigkeit reduzieren (Leckagen beheben, trocknen, lüften) und Zugänge abdichten (Ritzen, Rohrdurchführungen). Ergänzend helfen Klebefallen zur Kontrolle sowie Köderdosen/Gelköder zur gezielten Bekämpfung. Bei starkem Befall solltest du eine professionelle Schädlingsbekämpfung beauftragen.