Schädling: Pharaoameise (Pharao Ameise) erkennen und bekämpfen: Steckbrief, Lebensweise & Risiken

Monomorium pharaonis (Pharaoameise)

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Pharaoameise (Pharao Ameise) erkennen und bekämpfen: Steckbrief, Lebensweise & Risiken sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Die Pharaoameise (auch: Pharao Ameise) ist eine sehr kleine, wärmeliebende Ameisenart und zählt zu den bedeutendsten Hygieneschädlingen in Gebäuden. Sie gehört zur Klasse der Insekten (Insecta), Ordnung Hautflügler (Hymenoptera), Familie Ameisen (Formicidae) und Unterfamilie Knotenameisen (Myrmicinae). Ursprünglich aus tropischen Regionen stammend, hat sie sich weltweit in beheizten Innenräumen etabliert, besonders dort, wo es warm, feucht und ein Nahrungsangebot vorhanden ist.

Das Aussehen

Pharaoameisen sind aufgrund ihrer Größe leicht zu übersehen. Typisch sind:

  • Größe: Arbeiterinnen ca. 1,5 bis 2,5 mm, Königinnen ca. 4 bis 6 mm
  • Farbe: hellorange bis bernsteinfarben, der Hinterleib ist oft dunkler
  • Körperbau: zierlich, mit deutlich gegliedertem Körper
  • Beine: 6, schlank und hell

Im Gebäude werden sie häufig erst bemerkt, wenn mehrere Arbeiterinnen an Lebensmittelresten oder zuckerhaltigen Quellen auftreten.

Der Lebensraum

Die Pharaoameise lebt heute überwiegend in Gebäuden, da sie konstante Wärme benötigt. Sie bevorzugt warme und feuchte Bereiche und nistet in kleinsten Hohlräumen, z. B. hinter Sockelleisten, in Wand- und Kabelschächten oder in Isolierungen.

  • Küchen und Vorratsräume
  • Badezimmer und Waschräume
  • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Lebensmittelbetriebe und Kantinen

Durch ihre versteckte Nistweise bleibt ein Befall oft lange unentdeckt.

Die Ernährung

Pharaoameisen sind omnivor (Allesfresser). Besonders attraktiv sind:

  • zuckerhaltige Lebensmittel (z. B. Sirup, Süßspeisen, Getränke)
  • eiweißhaltige Nahrung (z. B. Fleisch, Fisch, Tierfutter)

Zusätzlich fressen sie Aas, kleine Insekten und verschiedenste organische Materialien. Diese flexible Ernährung macht sie in Innenräumen besonders erfolgreich.

Die häufigsten Arten in Deutschland

Im Gebäudebereich wird der Begriff „Pharao Ameise“ meist für die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) verwendet. Verwechslungen sind möglich mit anderen sehr kleinen, hell gefärbten Ameisenarten, die ebenfalls in Innenräumen auftreten können. Eine sichere Bestimmung ist wichtig, da sich Maßnahmen je nach Art unterscheiden. Bei unklarem Befund empfiehlt sich die Begutachtung durch einen Fachbetrieb.

Die Gefahren

Ein Befall mit Pharaoameisen ist nicht nur lästig, sondern kann ernsthafte Folgen haben:

  • Hygienerisiko: mögliche Übertragung bzw. Verschleppung von Bakterien und Krankheitserregern
  • Gesundheitsrisiko: kann Allergien begünstigen; in sensiblen Bereichen (z. B. Krankenhäusern) erhöhtes Infektionsrisiko
  • Lebensmittelverunreinigung: Befall in Vorräten, Küchen und Produktionsbereichen
  • Materialschäden: Beschädigung und Verunreinigung von Verpackungen

Besonders kritisch ist die Pharaoameise in medizinischen Einrichtungen und Lebensmittelbetrieben.

Die Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Pharaoameise ist ein Hauptgrund für ihre schnelle Ausbreitung:

  • Königinnen können mehrere hundert Eier legen.
  • Kolonien erreichen häufig mehrere tausend Arbeiterinnen.
  • Neue Nester entstehen oft durch Teilung (Budding): Eine Königin verlässt mit Arbeiterinnen und Brut das Nest und gründet in der Nähe eine neue Kolonie.

Dadurch kann sich ein Befall in einem Gebäude rasch auf mehrere Bereiche verteilen.

Das Verhalten

Pharaoameisen leben in komplexen Sozialstrukturen und agieren sehr organisiert. Im Gegensatz zu manchen heimischen Ameisenarten bilden sie oft keine auffälligen „Ameisenstraßen“, sondern suchen Nahrung in Nestnähe und über wechselnde Laufwege.

Sie sind äußerst anpassungsfähig und reagieren auf Störungen (z. B. ungeeignete Sprays) häufig mit Ausweichverhalten oder Kolonieteilung, was die Bekämpfung zusätzlich erschwert.

Die Schädlingsart

Die Pharaoameise gilt als:

  • Hygieneschädling (Kontamination von Lebensmitteln, mögliche Keimverschleppung)
  • Materialschädling (Verunreinigung und Beschädigung von Verpackungen, Vorräten)

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung der Pharaoameise ist sehr schwierig. Nester liegen häufig in schwer zugänglichen Hohlräumen, und durch Budding können sich Kolonien nach Störungen schnell aufteilen und regenerieren. Ungezielte Sprühbehandlungen führen nicht selten zu einer Verschleppung des Problems.

Für eine nachhaltige Lösung ist in der Regel die professionelle Schädlingsbekämpfung mit einem abgestimmten Köder- und Monitoringkonzept erforderlich.

Der Schutzstatus

Kein Schutzstatus. Die Pharaoameise gilt als Schädling und unterliegt keinen besonderen Schutzbestimmungen.

Die Bekämpfungsmethoden

Bewährt sind Köderdosen, da Arbeiterinnen den Wirkstoff ins Nest tragen und so die Kolonie erreicht wird. Bei starkem Befall können Spritzbehandlungen ergänzend nötig sein, jedoch nur fachgerecht. In Hohlräumen kommt teils Heißluft infrage (aufwendig). Wichtig sind Hygiene, Abdichtung und Monitoring. Oft ist professionelle Schädlingsbekämpfung erforderlich.