Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Rötelmaus (Myodes glareolus): Erkennen, Schäden, Hantavirus & Maßnahmen sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.
Schädling: Rötelmaus (Myodes glareolus): Erkennen, Schäden, Hantavirus & Maßnahmen
Myodes glareolus
Allgemeine Informationen
Die Rötelmaus ist eine in Europa weit verbreitete Wühlmausart, die sowohl in Wäldern als auch in Gärten, Parks und Hecken vorkommt. Im Ökosystem ist sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette und trägt zur Samenverbreitung bei. In der Nähe von Siedlungen kann sie jedoch zum Problem werden, wenn sie Wurzeln, Knollen oder Jungbäume schädigt oder wenn ein Gesundheitsrisiko durch Hantaviren besteht.
Typische Hinweise auf Anwesenheit sind Fraßspuren an Pflanzen, kleine Löcher sowie ein unterirdisches Gangsystem mit Wohn- und Vorratskammern.
Das Aussehen
Die Rötelmaus ist kompakt gebaut und wirkt walzenförmig.
- Größe: ca. 9 bis 12 cm (Kopf-Rumpf), Schwanz: 3 bis 6 cm
- Gewicht: etwa 20 bis 40 g
- Fell: kurz, dicht, meist rötlich-braun; Bauchseite deutlich heller
- Augen/Ohren: kleine schwarze Augen; Ohren klein und oft im Fell verborgen
- Pfoten: Vorder- und Hinterfüße mit Krallen zum Graben
Der Lebensraum
Die Rötelmaus ist in fast ganz Europa verbreitet (mit Ausnahmen in einigen Mittelmeerländern und Teilen Skandinaviens). Sie bevorzugt strukturreiche, deckungsreiche Bereiche.
- Typische Lebensräume: Wälder, Waldränder, Hecken, Feldraine, Parks und naturnahe Gärten
- Unterschlupf: verzweigtes Gangsystem im Boden mit Wohn- und Vorratskammern
- Begünstigende Faktoren: dichter Bewuchs, Laub- und Reisighaufen, unaufgeräumte Randbereiche
Die Ernährung
Die Rötelmaus ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Nahrung. Je nach Saison variiert das Nahrungsspektrum.
- Pflanzlich: Samen, Früchte, Knollen, Wurzeln, junge Triebe
- Tierisch: Insekten, Larven, Schnecken
In Gärten kann der Fraß an Wurzelgemüse und Zierpflanzen besonders auffallen.
Die häufigsten Arten in Deutschland
Im deutschsprachigen Raum werden Schäden im Garten häufig allgemein „Wühlmäusen“ zugeschrieben. Relevante Arten im Umfeld sind:
- Rötelmaus (Myodes glareolus)
- Feldmaus (Microtus arvalis)
- Erdmaus (Microtus agrestis)
- Schermaus/Wasserratte (Arvicola amphibius)
Eine korrekte Bestimmung ist wichtig, da Maßnahmen je nach Art unterschiedlich wirksam sind.
Die Gefahren
Neben wirtschaftlichen Schäden kann die Rötelmaus ein gesundheitliches Risiko darstellen. In Deutschland ist sie der wichtigste Überträger von Hantaviren, insbesondere des Puumala-Virus.
- Übertragung: meist durch Einatmen von Staub, der mit Urin, Kot oder Speichel kontaminiert ist; seltener durch direkten Kontakt oder Bisse
- Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen, Sehstörungen
- Schwere Verläufe: Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen
Bei Verdacht auf eine Infektion solltest du umgehend ärztlichen Rat einholen und mögliche Nagetierkontakte nennen.
Die Fortpflanzung
Rötelmäuse können mehrere Würfe pro Jahr haben. Unter günstigen Bedingungen steigt die Population schnell an.
- Würfe: mehrere pro Jahr
- Jungtiere: bis zu 5 pro Wurf
- Lebensdauer: meist kurz, bis etwa 18 Monate
Gerade in mastreichen Jahren (viel Samen/Früchte) sind deutlich höhere Bestände möglich.
Das Verhalten
Die Rötelmaus ist tag- und nachtaktiv und nutzt Deckung, um Fressfeinden zu entgehen. Sie bewegt sich häufig entlang von Vegetationskanten und unter dichtem Bewuchs. Typisch ist das Anlegen von Vorräten in unterirdischen Kammern. Bei Störung zieht sie sich schnell in ihr Gangsystem zurück, was die Lokalisierung im Garten erschweren kann.
Die Schädlingsart
Im Kontext der Schädlingsbekämpfung wird die Rötelmaus als Nagetier/Wühlmaus eingeordnet. Problematisch wird sie vor allem durch Wurzel- und Knollenfraß im Gartenbau sowie durch Rindenverbiss an Jungbäumen in der Forstwirtschaft.
Die Schwierigkeit der Bekämpfung
Die Bekämpfung ist mittel bis anspruchsvoll, da Rötelmäuse versteckt leben, schnell nachbesiedeln können und häufig mehrere Tiere ein Areal nutzen. Zusätzlich sind Naturschutz und rechtliche Vorgaben zu beachten. Eine nachhaltige Lösung gelingt meist nur durch Kombination aus Vorbeugung, Förderung natürlicher Feinde und gezielten Maßnahmen. Bei starkem Befall ist professionelle Unterstützung empfehlenswert.
Der Schutzstatus
Rötelmäuse sind Wildtiere. Eine Tötung ist nicht ohne Weiteres zulässig und kann je nach Situation Genehmigungen erfordern. Maßnahmen sollten stets tierschutz- und naturschutzkonform erfolgen. Insbesondere der Einsatz von Giftködern ist kritisch und sollte nur in Ausnahmefällen sowie nach Rücksprache mit Fachleuten erfolgen.
Die Bekämpfungsmethoden
Bei Verdacht zunächst den Befall sicher feststellen (Fraßspuren, Löcher, Gänge). Setze vorrangig auf Vorbeugung: Unkraut und Verstecke entfernen, Ordnung an Randbereichen schaffen. Fördere natürliche Feinde (Greifvögel, Eulen, Wiesel). Mechanische Fallen können gezielt helfen. Rodentizide nur ausnahmsweise und nach fachlicher Beratung einsetzen.

