Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Rossameise (Camponotus ligniperda): Erkennen, Lebensweise & Bekämpfung sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.
Schädling: Rossameise (Camponotus ligniperda): Erkennen, Lebensweise & Bekämpfung
Camponotus ligniperda (Rossameise)
Allgemeine Informationen
Die Rossameise (Camponotus ligniperda) gehört zur Klasse der Insekten (Insecta), zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und zur Familie der Ameisen (Formicidae). Als Vertreterin der Gattung Camponotus zählt sie zu den größten heimischen Ameisenarten. In der Natur ist sie ein wichtiger Nützling, kann jedoch in Gebäuden und Gärten zur Belastung werden, wenn sie sich in Holzstrukturen einnistet.
Das Aussehen
Rossameisen sind kräftig gebaut und wirken durch ihren glänzenden Körper besonders auffällig. Die Färbung reicht meist von rotbraun bis schwarz.
- Größe: Königinnen bis ca. 18 mm, Arbeiterinnen ca. 6 bis 13 mm
- Beine: 6 Beine (typisch für Insekten)
- Flügel: Nur Königinnen und Männchen besitzen Flügel; Arbeiterinnen sind flügellos
- Gewicht: variiert je nach Kaste und Größe
Verwechslungen kommen vor allem mit anderen großen Ameisenarten vor. Entscheidend sind Größe, Färbung und das häufige Auftreten in Holzbereichen.
Der Lebensraum
Die Rossameise bevorzugt sonnige Laub- und Mischwälder und ist in ganz Mitteleuropa verbreitet, auch in Deutschland. Ihre Nester legt sie typischerweise in morschem Holz, in Baumstümpfen oder unter Steinen an.
In Siedlungsnähe wird sie vor allem dort auffällig, wo Holz dauerhaft feucht ist oder bereits Vorschäden bestehen, etwa an Holzstapeln, Gartenhütten, Carports oder Dachbereichen.
Die Ernährung
Rossameisen sind Allesfresser und passen ihre Nahrung flexibel an das Angebot an. Typisch sind:
- Honigtau (z. B. von Blattläusen)
- Insekten (auch aktiv gejagt)
- Pflanzensamen
- Aas und andere organische Reste
Durch das Sammeln von Honigtau können sie Blattläuse indirekt „schützen“, was im Garten zu stärkerem Lausbefall beitragen kann.
Die häufigsten Arten in Deutschland
Im Umfeld von Gebäuden werden große Ameisen häufig pauschal als „Rossameisen“ bezeichnet. Zu den bekannteren Arten der Gattung Camponotus in Mitteleuropa zählen:
- Camponotus ligniperda (Rossameise)
- Camponotus herculeanus (Holzameise)
Für eine sichere Bestimmung sind Größe, Färbung, Fundort und Nestumgebung entscheidend.
Die Gefahren
Rossameisen können in Haus und Garten mehrere Probleme verursachen:
- Schäden an Holzkonstruktionen: besonders bei Nestern in morschem oder feuchtem Holz; bestehende Schäden können sich verschlimmern
- Lästlingsdruck: häufige Sichtungen im Innenraum, vor allem entlang von Laufwegen
- Schmerzhafte Bisse: bei Störung oder direktem Kontakt möglich
Wichtig: Rossameisen fressen Holz nicht wie Termiten, können es aber zur Nestanlage aushöhlen, dadurch sind tragende Bereiche langfristig gefährdet.
Die Fortpflanzung
Die Fortpflanzung erfolgt über einen Hochzeitsflug: Geschlechtsreife Königinnen und Männchen verlassen das Nest, paaren sich und die begattete Königin gründet anschließend ein neues Volk.
- Nestgründung: meist allein, teils auch mit mehreren Königinnen (Pleometrose)
- Entwicklung: Vom Ei bis zur Arbeiterin vergehen mehrere Wochen (abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot)
Mit zunehmender Koloniegröße steigt die Aktivität der Arbeiterinnen deutlich, was in Gebäuden häufig erst dann auffällt, wenn bereits ein stabiler Nestbereich existiert.
Das Verhalten
Rossameisen sind überwiegend tagaktiv und sehr gut organisiert. Arbeiterinnen übernehmen je nach Bedarf Aufgaben wie Nahrungssuche, Brutpflege und Nestbau.
- Nahrungssuche: zielgerichtet, oft entlang fester Laufstraßen
- Nestpflege: intensive Betreuung von Eiern, Larven und Puppen
- Abwehr: bei Bedrohung verteidigen sie ihr Revier und können kräftig zubeißen
Im Außenbereich sind sie meist unproblematisch, kritisch wird es, wenn sie feuchtes oder vorgeschädigtes Holz im Haus als Nistplatz nutzen.
Die Schädlingsart
Die Rossameise gilt als gelegentlicher Schädling in Gebäuden und Gärten. Problematisch ist weniger die Anwesenheit einzelner Tiere, sondern die Nestbildung in Holz. Häufig sind feuchte, weiche oder bereits angegriffene Holzbereiche betroffen. Bei regelmäßigem Auftreten im Innenraum sollte die Ursache (Feuchtigkeit, Holzschäden, Zugangspunkte) gezielt geprüft werden.
Die Schwierigkeit der Bekämpfung
Die Bekämpfung der Rossameise ist mittel bis schwer. Gründe sind die oft großen Kolonien und schwer zugängliche Nester in Hohlräumen oder Holzstrukturen. Eine reine Oberflächenbehandlung reicht meist nicht aus. In vielen Fällen ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll, um Neststandort, Laufwege und Ursachen (z. B. Feuchtigkeit) fachgerecht zu identifizieren und nachhaltig zu beheben.
Der Schutzstatus
Die Rossameise (Camponotus ligniperda) ist in Deutschland nicht geschützt. Dennoch ist sie ökologisch wertvoll, da sie u. a. zur Verbreitung von Pflanzensamen beiträgt und andere Insekten reguliert. Maßnahmen sollten daher gezielt und verhältnismäßig erfolgen, insbesondere wenn keine Gebäudeschäden vorliegen.
Die Bekämpfungsmethoden
Zur Bekämpfung der Rossameise kommen Köderdosen mit Insektiziden, die direkte Nestbehandlung sowie Barrieren und Abdichtungen gegen das Eindringen ins Gebäude infrage. Entscheidend ist, den Neststandort zu finden und Feuchtigkeitsquellen zu beheben. Bei Nestern in Hohlräumen oder tragendem Holz ist meist eine professionelle Schädlingsbekämpfung erforderlich.

