Schädling: Schabe (Kakerlake): Erkennen, Risiken und Bekämpfung

Je nach Art: Blattodea (Ordnung der Schaben). Häufig in Gebäuden: Blattella germanica (Deutsche Schabe), Blatta orientalis (Orientalische Schabe), Periplaneta americana (Amerikanische Schabe).

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Schabe (Kakerlake): Erkennen, Risiken und Bekämpfung sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

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Allgemeine Informationen

Die Schabe (umgangssprachlich „Kakerlake“) zählt zu den bedeutendsten Hygieneschädlingen in Innenräumen. Schaben sind überwiegend nachtaktiv, sehr anpassungsfähig und können sich in Küchen, Vorratsräumen, Kellern sowie in gastronomischen Betrieben rasch ausbreiten. Ein Befall bleibt oft lange unbemerkt, da sich die Tiere in Spalten, Hohlräumen und hinter Geräten verstecken. Typische Hinweise sind Kotspuren, Häutungsreste, Eipakete (Ootheken) und ein muffig-süßlicher Geruch.

Das Aussehen

Schaben haben einen flachen, ovalen Körper, lange Fühler und schnelle Beine. Die Färbung variiert je nach Art von hellbraun bis dunkelbraun/schwarz. Viele Arten besitzen Flügel, fliegen in Gebäuden jedoch selten. Größen:

  • Deutsche Schabe: ca. 10 bis 15 mm, hellbraun mit zwei dunklen Längsstreifen am Halsschild.
  • Orientalische Schabe: ca. 20 bis 30 mm, dunkelbraun bis schwarz, eher träge.
  • Amerikanische Schabe: bis ca. 40 mm, rotbraun, kräftig gebaut.

Der Lebensraum

Schaben bevorzugen warme, feuchte und geschützte Bereiche. In Gebäuden findest du sie häufig:

  • in Küchen (hinter Kühlschrank, Herd, Spülmaschine)
  • in Vorrats- und Müllbereichen
  • in Schächten, Hohlräumen, unter Fußleisten
  • in Kellern, Waschräumen und Technikräumen

Einträge erfolgen oft über Warenlieferungen, Verpackungen, Gepäck oder über Leitungs- und Kabelschächte aus Nachbareinheiten.

Die Ernährung

Schaben sind Allesfresser und nutzen nahezu jede organische Quelle. Typisch sind:

  • Lebensmittelreste, Krümel, Fettablagerungen
  • Vorräte (z. B. Mehl, Brot, Tierfutter)
  • Müll, Papier, Karton, Kleister
  • in Extremfällen auch Hautschuppen oder tote Insekten

Sie überleben lange mit wenig Nahrung, benötigen jedoch meist regelmäßig Wasser bzw. Feuchtigkeit.

Die häufigsten Arten in Deutschland

  • Deutsche Schabe (Blattella germanica), häufigste Art in Küchen und Gastronomie
  • Orientalische Schabe (Blatta orientalis), eher in Kellern, feuchten Bereichen
  • Amerikanische Schabe (Periplaneta americana), groß, teils in Warmbereichen und Technikräumen
  • Braunbandschabe (Supella longipalpa), auch in trockeneren Wohnbereichen möglich

Die Gefahren

Ein Schabenbefall ist vor allem aus Hygiene- und Gesundheitsgründen problematisch:

  • Verunreinigung von Lebensmitteln und Arbeitsflächen
  • Übertragung von Keimen über Körperoberfläche und Kot (mechanische Verschleppung)
  • Auslösung oder Verstärkung von Allergien und Asthma durch Kot- und Häutungsbestandteile
  • Geruchsbelästigung bei starkem Befall

Zudem können Schaben Imageschäden und behördliche Maßnahmen in Betrieben nach sich ziehen.

Die Fortpflanzung

Die Fortpflanzung erfolgt über Eipakete (Ootheken). Je nach Art trägt das Weibchen die Oothek eine Zeit lang am Hinterleib oder legt sie versteckt ab. Aus den Eiern schlüpfen Nymphen, die sich über mehrere Häutungen zum adulten Tier entwickeln. Unter günstigen Bedingungen (Wärme, Nahrung, Feuchtigkeit) kann sich eine Population sehr schnell aufbauen, wodurch frühzeitiges Handeln entscheidend ist.

Das Verhalten

Schaben sind überwiegend nachtaktiv und meiden Licht. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen, hinter Verkleidungen und in Geräten. Sie bewegen sich schnell, können glatte Oberflächen teils gut erklimmen und nutzen kleinste Spalten als Rückzugsort. Sichtungen am Tag deuten häufig auf einen stärkeren Befall hin (Überbesatz, Nahrungsdruck).

Die Schädlingsart

Hygieneschädling (Vorrats- und Materialschädling). Schaben verunreinigen Lebensmittel und Oberflächen durch Kot, Häutungsreste und Sekrete und können so hygienische Probleme verursachen. In sensiblen Bereichen (Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung, Krankenhäuser) gelten sie als besonders kritisch.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung gilt als mittelschwer bis schwierig, da Schaben versteckt leben, sich schnell vermehren und häufig mehrere Nester in Hohlräumen bilden. Unzureichende Einzelmaßnahmen (z. B. nur Spray) führen oft zu Rückzug und erneuter Ausbreitung. Erfolgreich ist in der Regel ein kombiniertes Vorgehen aus Monitoring, Hygiene, Abdichtung und professionellen Köder-/Gelverfahren über mehrere Wochen.

Der Schutzstatus

Schaben, die als Gebäudeschädlinge auftreten (z. B. Deutsche Schabe), stehen in der Regel nicht unter besonderem Schutz. In Einzelfällen können heimische Waldschabenarten (z. B. Ectobius-Arten) auftreten, die meist harmlos sind und eher zufällig ins Haus gelangen. Für eine sichere Einordnung empfiehlt sich eine Artbestimmung.

Die Bekämpfungsmethoden

Wirksam ist eine Kombination aus Monitoring (Klebefallen), Hygiene (Krümel, Fett, Müll, Tierfutter konsequent entfernen) und Abdichtung von Ritzen sowie Leitungsdurchführungen. Zur direkten Bekämpfung werden meist Ködergele und punktuelle Präparate in Verstecken eingesetzt; Sprays allein sind selten nachhaltig. Wichtig sind Folgetermine zur Kontrolle von Ootheken/Nymphen und die Ursachenbeseitigung (Feuchtigkeit, Nahrungsquellen).