Schädling: Schwarze Wegameise (Lasius niger): Steckbrief, Vorkommen, Verhalten & Bekämpfung

Lasius niger

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Schwarze Wegameise (Lasius niger): Steckbrief, Vorkommen, Verhalten & Bekämpfung sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

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Allgemeine Informationen

Die Schwarze Wegameise (auch Mattschwarze Wegameise, Schwarze Gartenameise oder Schwarzgraue Wegameise) ist eine der häufigsten Ameisenarten in Deutschland. Sie gehört zur Klasse der Insekten (Insecta), zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und zur Familie der Ameisen (Formicidae). Innerhalb der Unterfamilie Schuppenameisen (Formicinae) zählt sie zur Gattung Wegameisen (Lasius).

Als typischer Kulturfolger ist die Schwarze Wegameise besonders in Gärten, auf Terrassen und im städtischen Raum verbreitet. In Gebäuden tritt sie meist als lästiger Nahrungssucher auf.

Das Aussehen

Die Schwarze Wegameise ist meist schwarz bis schwarzbraun und wirkt häufig glänzend. Feine Haare, vor allem am Hinterleib, können einen leicht silbrigen Schimmer erzeugen.

  • Arbeiterinnen: 3 bis 5 mm
  • Königinnen: 8 bis 9 mm
  • Männchen: 3,5 bis 4,5 mm

Wie bei Insekten typisch besitzt sie sechs Beine. Das Gewicht variiert je nach Kaste (Arbeiterin, Königin, Männchen).

Der Lebensraum

Ursprünglich in Europa und Asien beheimatet, ist Lasius niger heute in vielen Regionen weltweit in gemäßigtem Klima verbreitet. Die Art besiedelt offene Flur- und Waldgebiete, Ruderalflächen sowie Parks, Gärten und Innenstädte.

Typische Nistplätze sind Erdnester, häufig:

  • in Wegspalten und Pflasterfugen
  • unter Steinen und Platten
  • in morschem Holz

Die Ernährung

Die Schwarze Wegameise ernährt sich überwiegend von Honigtau, den sie von Blattläusen „melkt“. Zusätzlich nutzt sie vielfältige Nahrungsquellen, insbesondere in Siedlungsnähe.

  • Eiweißquellen: lebende oder tote Insekten, Aas
  • Pflanzliche Nahrung: Samen, Früchte
  • Im Haus: zuckerhaltige Lösungen und Lebensmittelreste

Die häufigsten Arten in Deutschland

Im Umfeld von Häusern und Gärten wird die Schwarze Wegameise häufig mit anderen Ameisenarten verwechselt. Typisch häufig im Siedlungsbereich sind z. B.:

  • Braune Wegameise (Lasius brunneus)
  • Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)
  • Pharaoameise (Monomorium pharaonis), v. a. in beheizten Gebäuden

Eine genaue Bestimmung ist wichtig, da Verhalten und Bekämpfungsstrategie je nach Art variieren.

Die Gefahren

Von Lasius niger gehen meist keine gravierenden Gesundheitsgefahren aus. Problematisch ist vor allem der hygienische Aspekt, wenn Ameisen über Arbeitsflächen oder Lebensmittel laufen. In seltenen Fällen können bei Kontakt oder Abwehrreaktionen Hautreizungen auftreten; empfindliche Personen reagieren gelegentlich auf Ameisensäure.

Im Außenbereich können große Populationen außerdem Blattlauskolonien fördern, da Ameisen diese wegen des Honigtaus schützen.

Die Fortpflanzung

Zur Fortpflanzungszeit bilden sich Geschlechtstiere (Alate), also geflügelte Männchen und junge Königinnen. An warmen, windstillen Tagen im Sommer (meist Juni/Juli) kommt es zum Hochzeitsflug.

Nach der Begattung verliert die Königin ihre Flügel, sucht einen geeigneten Ort und gründet eine neue Kolonie. Sie legt Eier und zieht die ersten Larven selbst auf, bis die ersten Arbeiterinnen die Versorgung übernehmen.

Das Verhalten

Die Schwarze Wegameise lebt in staatenbildenden Kolonien mit klarer Arbeitsteilung.

  • Arbeiterinnen: Nahrungssuche, Brutpflege, Nestbau, Verteidigung
  • Königin: Eiablage und Erhalt der Kolonie

Die Kommunikation erfolgt hauptsächlich über Pheromone: Duftspuren markieren Wege zu Futterquellen und koordinieren das Verhalten im Staat. In Gebäuden fallen häufig feste Ameisenstraßen entlang von Kanten, Fugen und Leitungen auf.

Die Schädlingsart

Die Schwarze Wegameise gilt in erster Linie als Lästling. Sie dringt in Häuser und Wohnungen ein, um Nahrung zu suchen, besonders Süßes.

  • Gesundheitsschädling: Überträgt in der Regel keine Krankheiten; bei empfindlichen Personen sind Reizungen oder allergische Reaktionen möglich (u. a. durch Ameisensäure).
  • Materialschädling: Verursacht gewöhnlich keine Materialschäden, kann aber durch Nester in Ritzen, Fugen oder unter Platten störend sein.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung der Schwarzen Wegameise ist mittel schwierig. Einzelne Tiere zu entfernen reicht nicht aus: Eine Kolonie kann sehr groß werden, und die Königin sitzt gut geschützt im Nest. Ohne gezielte Maßnahmen (z. B. Köder, die ins Nest getragen werden) kommt es häufig zu Wiederbefall, insbesondere wenn weitere Nester in der Umgebung vorhanden sind.

Der Schutzstatus

Die Schwarze Wegameise ist in Deutschland nicht besonders geschützt. Maßnahmen zur Kontrolle oder Bekämpfung sind grundsätzlich zulässig, sollten jedoch verantwortungsvoll und möglichst zielgerichtet erfolgen.

Die Bekämpfungsmethoden

Prävention: Lebensmittel und Abfälle dicht verschließen, regelmäßig reinigen, Krümel entfernen sowie Ritzen und Fugen abdichten. Direkte Bekämpfung: Ameisenköder mit Fraßgift einsetzen (wirkt bis ins Nest), Laufwege beobachten und gezielt platzieren. Sprays nur mit Vorsicht verwenden, da sie auch Nützlinge schädigen können. Bei starkem Befall empfiehlt sich eine professionelle Schädlingsbekämpfung.