Schädling: Steinmarder (Hausmarder): Erkennen, Schäden vermeiden und richtig handeln

Martes foina (Steinmarder), umgangssprachlich auch Hausmarder genannt.

Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Steinmarder (Hausmarder): Erkennen, Schäden vermeiden und richtig handeln sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.

 – Die Begehung ist kostenfrei! –

Allgemeine Informationen

Der Steinmarder ist der häufigste Marder, der sich in Deutschland in Gebäuden einnistet, besonders auf Dachböden. Aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit findet er in Siedlungsnähe ideale Bedingungen: trocken, warm, geschützt und oft mit leicht zugänglichen Eintrittsstellen. Ein Marderbefall bleibt anfangs häufig unbemerkt, kann jedoch schnell zu erheblichen Folgekosten führen.

Typische Hinweise sind nächtliche Geräusche (Trippeln, Poltern), unangenehmer Geruch durch Kot und Urin sowie beschädigte Dämmung. Je nach Ausmaß können die Schäden, etwa an Dämmmaterial, Leitungen oder der Bausubstanz, im Extremfall bis zu 25.000 € betragen.

Das Aussehen

Der Steinmarder ist ein schlankes, wendiges Raubtier mit langem Körper und buschigem Schwanz. Sein Fell ist meist graubraun bis dunkelbraun. Charakteristisch ist der helle Kehlfleck, der beim Steinmarder häufig weiß und gegabelt ist und sich bis auf die Vorderläufe ziehen kann. Die Ohren wirken relativ groß, die Schnauze spitz.

  • Körperlänge: ca. 40 bis 55 cm (ohne Schwanz)
  • Schwanzlänge: ca. 20 bis 30 cm
  • Gewicht: meist 1 bis 2,5 kg

Der Lebensraum

Steinmarder (Hausmarder) sind echte Kulturfolger. Sie leben sowohl in ländlichen Regionen als auch in Städten und Dörfern. Besonders attraktiv sind Dachböden, Scheunen, Garagen und andere Hohlräume, da diese trocken, windgeschützt und schwer zugänglich sind.

Dank ihrer Fähigkeiten als hervorragende Kletterer und Springer erreichen sie Dächer über Fallrohre, Bäume, Zäune oder Mauervorsprünge. Bereits kleine Öffnungen (z. B. defekte Dachziegel, Lüftungsspalten, ungesicherte Ortgangbereiche) können als Einstieg genügen.

Die Ernährung

Der Steinmarder ist ein Allesfresser und sehr opportunistisch. Er passt seine Nahrung dem Angebot an, ein Grund, warum er in Siedlungsnähe so erfolgreich ist. Auf und um Häuser findet er häufig Beutetiere und leicht verfügbare Nahrung.

  • Tierisch: Insekten, Mäuse, Ratten, Jungvögel, Eier
  • Pflanzlich: Beeren, Früchte, Fallobst
  • Gelegenheiten: Essensreste, Tierfutter (z. B. aus Schalen im Außenbereich)

Die häufigsten Arten in Deutschland

In Gebäuden ist vor allem der Steinmarder (Hausmarder, Martes foina) relevant. Seltener kommt der Baummarder (Martes martes) vor, der eher waldgebundene Lebensräume bevorzugt und deutlich weniger häufig Dachböden besiedelt.

Die Gefahren

Ein Steinmarderbefall kann erhebliche wirtschaftliche und hygienische Folgen haben. Je nach Schadenbild sind mehrere tausend Euro möglich, in schweren Fällen bis zu 25.000 €.

  • Beschädigte Dämmung: Zerreißen, Herausziehen, Nistmaterial, das führt zu Wärmeverlust und höheren Heizkosten.
  • Kabel & Leitungen: Anknabbern kann Kurzschlüsse, Ausfälle und Brandrisiken begünstigen.
  • Bauliche Schäden: Verschobene Dachziegel, beschädigte Zugänge, Folgeschäden durch Feuchtigkeit.
  • Geruch & Hygiene: Kot/Urin verursachen starken Geruch und können Materialien dauerhaft kontaminieren.
  • Lärmbelästigung: Nächtliche Aktivität stört Schlaf und Wohnkomfort.

Die Fortpflanzung

Steinmarder paaren sich meist im Sommer. Wie bei Mardern typisch, kommt es häufig zu einer Keimruhe (verzögerte Einnistung), sodass die Jungen erst im Frühjahr geboren werden. Ein Wurf umfasst meist 2 bis 5 Jungtiere. In dieser Zeit steigt die Aktivität im und am Gebäude oft deutlich, da das Weibchen ein sicheres, ruhiges Quartier benötigt.

Das Verhalten

Der Steinmarder ist überwiegend nachtaktiv und sehr revierbezogen. Er nutzt häufig feste Laufwege und markiert sein Revier mit Duftstoffen sowie Kot- und Urinstellen. Auf Dachböden führt das zu Geruchsbelästigung und wiederkehrenden Aufenthalten, wenn Zugänge nicht dauerhaft gesichert werden.

Typisch sind außerdem laute Geräusche in der Nacht (Rennen, Kratzen, Poltern). Durch sein ausgeprägtes Erkundungs- und Nageverhalten kann es zu Schäden an Dämmung, Holz und insbesondere Kabeln/Leitungen kommen.

Die Schädlingsart

Wirbeltier-Schädling (Säugetier): Der Steinmarder (Hausmarder) gilt als Gebäudeschädling, wenn er sich in Dachstuhl, Dämmung oder Hohlräumen einnistet und dort Schäden verursacht. Anders als Insekten tritt er meist einzeln oder als Muttertier mit Jungtieren auf, kann jedoch durch Revierverhalten und Markierungen wiederholt Probleme verursachen.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Hoch: Steinmarder sind intelligent, vorsichtig und sehr beweglich. Ohne fachgerechte Vorgehensweise kehren sie häufig zurück, insbesondere wenn Einstiegspunkte nicht konsequent verschlossen werden. Zudem sind rechtliche Vorgaben zu beachten: Das eigenmächtige Fangen oder Töten ist in Deutschland in der Regel nicht erlaubt und kann Bußgelder nach sich ziehen. Eine nachhaltige Lösung erfordert meist Inspektion, Vergrämung und professionelle Eintrittsstellen-Sicherung.

Der Schutzstatus

Der Steinmarder unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht und zugleich strengen tierschutz- und artenschutzrechtlichen Vorgaben. Maßnahmen müssen rechtskonform und tierschutzgerecht erfolgen. Das eigenständige Fangen oder Töten ohne Genehmigung ist in der Regel verboten. Lass die Situation im Zweifel durch einen Fachbetrieb beurteilen.

Die Bekämpfungsmethoden

Bei Verdacht auf einen Steinmarder/Hausmarder solltest du einen Fachbetrieb hinzuziehen. Üblich sind Inspektion, tierschutzgerechte Vergrämung und das dauerhafte Verschließen aller Einstiegspunkte (z. B. Spalten, defekte Ziegel, Lüftungsöffnungen). Entferne Nahrungsquellen und schaffe Ordnung. Nicht selbst fangen: In Deutschland ist das ohne Genehmigung meist verboten.