Schädling: Wespe: Erkennen, Verhalten, Gefahren und professionelle Bekämpfung

Als „Wespen“ werden umgangssprachlich vor allem die Faltenwespen bezeichnet. Häufige, am Menschen vorkommende Arten gehören zur Familie Vespidae, insbesondere zur Gattung Vespula (z. B. Deutsche Wespe) und Dolichovespula (z. B. Gemeine Wespe).

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Allgemeine Informationen

Die Wespe ist ein wichtiges Insekt im Ökosystem: Sie bestäubt Pflanzen und reduziert Schädlinge, indem sie andere Insekten jagt. In Siedlungsnähe kann sie jedoch als Lästling oder Schädling auftreten, vor allem im Sommer, wenn Arbeiterinnen aktiv nach Nahrung suchen. Wespen bauen papierartige Nester aus zerkautem Holz und besiedeln je nach Art Hohlräume, Dachbereiche, Rollladenkästen oder Erdnester.

Das Aussehen

Typisch ist die auffällige gelb-schwarze Zeichnung, ein schlanker Körper mit „Wespentaille“ sowie zwei Flügelpaare. Arbeiterinnen sind meist 10 bis 14 mm groß, Königinnen deutlich größer. Im Unterschied zu Bienen wirken Wespen glatter und weniger behaart. Die genaue Zeichnung (z. B. Gesichts- und Hinterleibsmuster) hilft bei der Artbestimmung.

Der Lebensraum

Wespen sind in weiten Teilen Europas verbreitet und nutzen vielfältige Lebensräume: Gärten, Parks, Waldränder und urbanes Gebiet. Nester entstehen häufig in Hohlräumen (Dachstuhl, Schuppen, Zwischendecken), in Rollladenkästen, unter Dachvorsprüngen oder im Boden (Erdnester). In der Nähe von Nahrung (Obstbäume, Müll, Gastronomie) steigt die Aktivität deutlich.

Die Ernährung

Die Ernährung wechselt je nach Lebensphase: Larven benötigen eiweißreiche Nahrung (Fliegen, Mücken, Raupen), die von Arbeiterinnen erbeutet wird. Erwachsene Wespen bevorzugen zuckerhaltige Quellen wie Nektar, reifes Obst, Säfte, Limonaden oder Kuchen. Im Spätsommer nimmt die Suche nach Süßem zu, weshalb Wespen dann besonders häufig an Tischen und Abfällen auftreten.

Die häufigsten Arten in Deutschland

  • Deutsche Wespe (Vespula germanica), häufig in Gebäuden und Hohlräumen
  • Gemeine Wespe (Vespula vulgaris), oft an Süßspeisen und Getränken
  • Hornisse (Vespa crabro), größer, meist weniger lästig, aber nesttreu
  • Feldwespen (Polistes-Arten), offene, kleine Nester an geschützten Stellen

Die Gefahren

Die größte Gefahr ist der Wespenstich. Er verursacht Schmerzen, Schwellung und Rötung; Stiche im Mund-Rachen-Raum können durch Schwellung lebensbedrohlich werden. Bei Insektengiftallergie droht ein anaphylaktischer Schock. Zudem können Nester in Hohlräumen zu Konflikten führen (z. B. im Dachbereich, Rollladenkasten) und bei Störung zu massiven Angriffen. Offene Lebensmittel werden verunreinigt, was besonders in Betrieben hygienisch relevant ist.

Die Fortpflanzung

Im Frühjahr gründet eine überwinterte Königin ein neues Nest und legt die ersten Eier. Aus den Larven entwickeln sich Arbeiterinnen, die anschließend Nestbau und Nahrungssuche übernehmen. Im Spätsommer entstehen Geschlechtstiere (neue Königinnen und Drohnen). Nach der Paarung überwintern nur die begatteten Jungköniginnen; das alte Volk stirbt im Herbst ab.

Das Verhalten

Wespen sind tagaktiv, sozial organisiert und verteidigen ihr Nest konsequent. Einzelne Tiere am Esstisch sind meist auf Nahrungssuche und nicht automatisch aggressiv. Hektische Bewegungen, Anpusten (CO₂ wirkt wie ein Alarmsignal) oder Erschütterungen am Nest erhöhen jedoch das Stichrisiko. In Nestnähe kann es zu koordinierten Abwehrreaktionen kommen, insbesondere bei Erschütterung oder Blockade des Einfluglochs.

Die Schädlingsart

Als Schädlingsart gelten Wespen vor allem dann, wenn sie in Gebäuden nisten, den Alltag stark beeinträchtigen oder ein erhöhtes Risiko für Stiche besteht (z. B. bei Kindern, Allergikern oder in der Gastronomie). In vielen Fällen sind Wespen jedoch eher nützliche Insekten. Eine Bewertung sollte daher immer situationsbezogen erfolgen: Neststandort, Art, Aktivität und Gefährdungslage.

Die Schwierigkeit der Bekämpfung

Die Bekämpfung ist mittel bis hoch anspruchsvoll. Gründe sind die wehrhafte Nestverteidigung, schwer zugängliche Nistplätze (Dach, Hohlräume, Boden) sowie rechtliche Vorgaben. Unsachgemäße Maßnahmen erhöhen das Stichrisiko und können das Problem verschlimmern. In vielen Fällen ist eine fachgerechte Umsiedlung oder gezielte Behandlung durch Profis die sicherste Lösung.

Der Schutzstatus

Wespen stehen in Deutschland unter dem allgemeinen Schutz des § 39 Bundesnaturschutzgesetz. Das bedeutet: Tiere dürfen nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden; Nester dürfen nicht ohne Weiteres zerstört werden. Für besonders geschützte Arten (z. B. Hornissen) gelten strengere Regeln. Eine Entfernung oder Umsiedlung ist in der Regel nur bei begründeter Gefährdung und idealerweise durch Fachbetriebe zulässig.

Die Bekämpfungsmethoden

Empfohlen sind Prävention (Lebensmittel abdecken, Müll dicht schließen, Zugänge abdichten) und Abstand zum Nest. Bei Nestern am Haus ist oft eine fachgerechte Umsiedlung möglich. In Hohlräumen kann eine gezielte Behandlung durch Profis nötig sein. Verzichte auf Feuer, Wasser oder Sprays am Nest, das erhöht die Aggressivität und das Stichrisiko.