Wir helfen schnell bei akuten Problemen. Alle Informationen zum Thema Wühlmaus (Schermaus): Befall erkennen, Schäden vermeiden und richtig bekämpfen sowie zur korrekten Bekämpfung findest du hier.
Schädling: Wühlmaus (Schermaus): Befall erkennen, Schäden vermeiden und richtig bekämpfen
Je nach Art: vor allem Arvicola terrestris (Schermaus/Wühlmaus im engeren Sinn) sowie verschiedene Microtus-Arten (Feldmäuse).
Allgemeine Informationen
Die Wühlmaus (oft auch Schermaus genannt) ist ein unterirdisch lebendes Nagetier, das im Garten und in der Landwirtschaft erhebliche Schäden verursachen kann. Typisch sind flache Gangsysteme knapp unter der Oberfläche sowie Erdhaufen, die häufig mit Pflanzenresten durchsetzt sind. Problematisch wird ein Befall vor allem, weil Wühlmäuse Wurzeln, Knollen und Rinde anfressen, Pflanzen welken dann plötzlich oder sterben vollständig ab.
Eine sichere Unterscheidung zum Maulwurf ist wichtig: Maulwürfe fressen Insekten und sind nützlich, während Wühlmäuse Pflanzen schädigen. Achte daher auf die Lage der Hügel (bei Wühlmäusen eher seitlich versetzt zum Gang) und auf Fraßspuren an Wurzeln.
Das Aussehen
Wühlmäuse sind kompakt gebaut und wirken kräftiger als viele andere Mäusearten. Je nach Art erreichen sie meist 12 bis 22 cm Körperlänge, dazu kommt ein relativ kurzer Schwanz. Das Fell ist überwiegend braun bis graubraun, die Schnauze stumpf, die Ohren sind klein und liegen oft im Fell. Auffällig sind die starken Schneidezähne, mit denen sie Wurzeln, Knollen und teils auch Baumrinde benagen.
Der Lebensraum
Wühlmäuse besiedeln vielfältige Lebensräume mit lockeren, gut grabbaren Böden. Häufig sind sie in Gärten, Obstanlagen, Gemüsebeeten, Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen anzutreffen. Entscheidend ist ein ausreichendes Nahrungsangebot und Deckung. Die Gangsysteme verlaufen meist knapp unter der Erdoberfläche und können sich über große Flächen ausdehnen.
Die Ernährung
Wühlmäuse ernähren sich überwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Wurzeln, Knollen (z. B. Kartoffeln), Zwiebeln, Rhizome sowie junge Triebe. Besonders kritisch ist das Benagen von Wurzeln und Wurzelhals bei Stauden und Gehölzen. Im Winter kann zusätzlich das Schälen der Rinde an jungen Obstbäumen auftreten, was zu Ringelung und Absterben führen kann.
Die häufigsten Arten in Deutschland
- Schermaus/Wühlmaus: Arvicola terrestris (häufig in Gärten, Wiesen, Obstanlagen)
- Feldmaus-Arten: Microtus spp. (z. B. Microtus arvalis, regional bedeutsam)
Die Gefahren
Ein Wühlmausbefall führt vor allem zu Ernte- und Pflanzschäden. In Gemüsebeeten können Knollen und Wurzeln vollständig zerstört werden; Zierpflanzen welken plötzlich und lassen sich oft leicht aus dem Boden ziehen. Bei Obstbäumen ist das Risiko besonders hoch: Werden Hauptwurzeln oder der Wurzelhals stark angefressen, kann der Baum langfristig eingehen. Zusätzlich können unterirdische Gänge zu Setzungen in Beeten und Rasenflächen führen.
Die Fortpflanzung
Wühlmäuse können sich bei günstigen Bedingungen schnell vermehren. Die Fortpflanzungszeit liegt meist zwischen Frühjahr und Herbst, in milden Regionen teils länger. Weibchen bringen nach kurzer Tragzeit mehrere Jungtiere pro Wurf zur Welt; je nach Art und Nahrungsangebot sind mehrere Würfe pro Jahr möglich. Dadurch kann ein zunächst unauffälliger Befall innerhalb weniger Monate zu einem deutlichen Problem werden.
Das Verhalten
Wühlmäuse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber auch tagsüber aktiv sein, besonders in ruhigen Gartenbereichen. Sie leben in ausgedehnten Gangsystemen mit Nest- und Vorratskammern. Typisch sind oberflächennahe Laufgänge, die sich als leichte Erhebungen oder eingesunkene Linien abzeichnen. Bei Gefahr ziehen sie sich schnell in die Gänge zurück; offene Bereiche meiden sie, weshalb Fallen und Kontrollen möglichst direkt im Gang erfolgen sollten.
Die Schädlingsart
Nagetier (Wurzel- und Knollenschädling). Wühlmäuse verursachen Schäden vor allem durch Wurzelfraß, das Anlegen von Gangsystemen und das Benagen von Rinde an Gehölzen. Besonders betroffen sind Gemüsebeete, Staudenpflanzungen und junge Obstbäume.
Die Schwierigkeit der Bekämpfung
Mittel bis hoch. Die Bekämpfung ist anspruchsvoll, weil Wühlmäuse verborgen im Boden leben und sich schnell neu ansiedeln können. Erfolg hängt von der korrekten Befallserkennung (Abgrenzung zum Maulwurf), dem richtigen Platzieren von Fallen und konsequenter Kontrolle ab. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist professionelle Unterstützung häufig sinnvoll.
Der Schutzstatus
Der Schutzstatus kann je nach Art und Region variieren. In der Praxis gilt: Maßnahmen sollten tierschutzgerecht erfolgen und rechtliche Vorgaben (z. B. zu Fanggeräten oder Rodentiziden) sind einzuhalten. Hinweis: Verwechsle Wühlmäuse nicht mit dem Maulwurf, dieser ist in Deutschland besonders geschützt und darf nicht bekämpft werden. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Rücksprache mit der zuständigen Behörde oder einem Fachbetrieb.
Die Bekämpfungsmethoden
Vorbeugung: Wurzeln empfindlicher Pflanzen in Drahtkörben schützen, Garten sauber halten, natürliche Feinde (Eulen, Greifvögel, Katzen) fördern. Bekämpfung: Schlagfallen oder Lebendfallen direkt im genutzten Gang platzieren und regelmäßig kontrollieren. Vergrämungsmittel wirken oft nur begrenzt. Giftköder nur ausnahmsweise und nach Vorschrift. Bei starkem Befall: Fachbetrieb beauftragen.

